Geburtstagsreise in den Süden

Italien (Bibione) - Kroatien (Buje) - Slowenien (Bled)


Vorgeschichte

Wenn aus einem Kurztrip eine kleine Rundreise wird …

Schon das zweite Jahr in Folge mussten wir unsere ursprüngliche Reiseplanung über den Haufen werfen.

Lag es letztes Jahr an der Urlaubssperre meiner Firma, konnten wir dieses Mal auf Antons Seite nicht mit drei Wochen Urlaub daher kommen. That's life! Somit gibt es auch in diesem Jahr wieder kürzere, dafür mehrere Reisen. An Ideen mangelt es uns zum Glück ja nicht.

Fast schon gesetzt ist im April Antons Geburtstagsreise an die Adria. Auf seinen Lieblings-Campingplatz in Bibione. Und obwohl ich selten gerne mehrmals an den gleichen Ort fahre, muss ich zugeben, dass auch ich mich wieder darauf freute. Hier kann man wirklich so richtig entspannen, denn im April ist noch so gut wie gar nichts los. Die Saison an der Adria beginnt erst Anfang Mai. Vier Nächte gebucht kam uns die Idee: Warum eigentlich nicht auf eine Woche ausweiten und noch einen Abstecher nach Kroatien unternehmen? Um nur wenige Tage später festzustellen: Hm, der 1. Mai liegt so schön in der Wochenmitte. Da könnte man doch zusätzlich noch zwei weitere Tage frei nehmen. Gesagt, getan. Schon lagen eineinhalb Wochen Urlaub vor uns.

Auf der Suche nach Campingplätzen stießen wir u. a. auf den Wellness Campingplatz San Servolo in Kroatien. Zwar nicht am Meer, dafür aber in einer Weinregion. Die außergewöhnlichen Stellplätze machten uns neugierig. Einfach mal was anderes.

Das dritte Ziel dauerte etwas länger in der Findung und obwohl wir bereits für Juli einen Aufenthalt in Slowenien geplant haben, beschlossen wir, auf der Rückfahrt noch (bzw. schon) die Gegend rund um Bled zu besuchen … Es versprach, eine interessante Reise zu werden.


Tag 1: Im Schneegestöber an die Adria

Die Tage zuvor peu a peu das Wohnmobil geputzt und gepackt, machten wir uns nun gegen 08.30 Uhr auf den Weg Richtung Süden. War es die letzten Wochenenden hierzulande bereits wunderbar frühlingshaft, schien nun der Winter zurückzukehren. Bei leichtem Regen gestartet, kamen wir auf der Tauernautobahn in ein kleines Schneegestöber. Mit Sommerreifen auf dem Auto fühlte ich mich gerade so gar nicht wohl. Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Zum Glück war jedoch kaum etwas los auf den Straßen und jeder fuhr sichtlich vorsichtig.

Froh war ich trotzdem, als wir wieder sattgrüne Wiesen entdeckten und die weiße Schneedecke hinter uns ließen. Eine kleine Pause auf einer Autobahnraststätte eingelegt, erreichten wir nach etwas über fünf Stunden 'unseren' Supermarkt in Latisana.

Während ich mit den Hunden im Wohnmobil wartete und uns die ein oder andere Windböe kräftig durchschüttelte, erledigte Anton den Großeinkauf für die nächsten Tage. Wer unsere Reiseberichte verfolgt, weiß, dass wir den italienischen Supermarkt hier in Latisana lieben und fast schon Stammkunden sind.

Eine weitere halbe Stunde gefahren, erreichten wir kurz nach 15 Uhr das Villaggio Turistico Internazionale in Bibione. Sofort stellte sich ein heimeliges Gefühl ein. Schon lustig. Einerseits schmunzle ich immer über all jene, die ständig in die gleiche Urlaubsregion fahren. Andererseits stelle ich fest, dass das Bekannte manchmal auch sehr angenehm ist. Vielleicht liegt es daran, dass ich älter werde.

Trotz Online-Check-In dauerte die Anmeldung eine halbe Ewigkeit, anschließend wurden wir zu unserem Stellplatz A-Plus 767 gebracht, den wir uns schon vorab ausgesucht hatten. Hier im Villaggio sind wir tatsächlich immer im gleichen Bereich (wenn auch immer auf anderen Stellplätzen). Eine ruhige und entspannte Ecke mit großzügigen Flächen.

Benita bereitete mir allerdings leichte Kopfzerbrechen. Nicht nur, dass sie dieses Mal so gar keine Lust aufs Wegfahren hatte; sie zitterte und hechelte bei jedem noch so kleinen Geräusch und wirkte irgendwie unglücklich. Also ging es jetzt als erstes zum Strand. Und siehe da: Kaum ihre Pfötchen in den Sand gesetzt, blühte sie regelrecht auf, buddelte und fetzte durch die Gegend. Na Gott sei Dank – doch alles richtig gemacht.

Das Wetter war zwar trocken, es zogen jedoch dunkle Wolken über uns hinweg, was wiederum zu schönen Motiven führte. Generell sollte es in den nächsten Tagen leider nicht so sommerlich werden wie erhofft. Aber das Wetter hat man nun mal nicht in der Hand. Wir machen das Beste daraus.

Wieder zurück am Platz, richteten wir uns häuslich ein, quatschten ein wenig mit den Nachbarn in gleicher Reihe und genossen jetzt erst einmal ein kühles Getränk. Der Urlaub konnte beginnen!

Natürlich gab es abends noch einmal eine ausgiebige Strandrunde. Mit langer Leine und ganz viel Spaß fetzten wir alle Vier durch den Sand. Was haben mir diese Strandspaziergänge gefehlt …

Eine kleine Pause eingelegt, zu Abend gegessen und gelesen, gab ich Benitas armen Hundeblick schließlich nach und marschierte zum Sonnenuntergang ein drittes Mal mit ihr an den Strand. Sie forderte 'ihre' Zeit ein. Benita ist von Zeit zu Zeit ganz schön genervt von ihrer agilen Schwester, so dass ich zu Hause irgendwann einmal eine Mia-freie Zeit eingeführt habe. Und auf die besteht meine Große nun auch regelmäßig. Ihr Blick spricht jedes Mal Bände. Mir war es recht. Ganz gemütlich spazierten wir am Meer entlang, machten ein kleines Fotoshooting, buddelten ausgelassen im Sand und kehrten müde und zufrieden zurück.

Den restlichen Abend ließen wir im Wohnmobil ausklingen. Für's draußen sitzen war es leider zu kalt.


Tag 2: Spaziergänge & Ausflug in den Parco Zoo Punta Verde

Gut geschlafen, schälten wir uns gegen 9 Uhr bei blauem Himmel und Sonnenschein aus dem Bett. Das war ja eine Überraschung! Wunderbar! So mögen wir das!

Brötchen im Supermarkt geholt, gab es jetzt erst einmal ein gemütliches Frühstück. Im Anschluss drehten wir mit den Hunden eine ausgiebige Gassi-Runde. Entlang der Strandpromenade bogen wir irgendwann ab in Richtung Ortszentrum. Mia war heute unglaublich mutig und spazierte nicht nur an Boutiquen, sondern sogar an Spielhallen vorbei. Das war vor einem Jahr nicht möglich.

Gegen Mittag wieder zurück am Platz, packte ich meinen Rucksack, schwang mich aufs Rad und fuhr zum Zoo Punta Verde bei Lignano. Das schöne Wetter wollte genutzt werden; morgen sollte es den ganzen Tag regnen, da hatte ich noch genügend Zeit fürs süße Nichtstun.

Vorbei am Parco Naturale Valgrande, einer kleinen Lagune mit wenigen, dafür aber sehr schönen Aussichtspunkten, erreichte ich nach rund 10 Kilometern den Eingang zum Zoo. Wenige Teilstrecken müssen auf der viel befahrenen Hauptstraße zurückgelegt werden. Nicht schön, aber nicht anders machbar. Die Alternativstrecke mit Nutzung der X-River-Fähre Bibione-Lignano kam für mich nicht in Frage, da das Boot erst ab Mai in Betrieb genommen wird.

Vor zwei Jahren hatte ich den Zoo zum ersten Mal besucht und sofort Gefallen daran gefunden. Mit 20 € Eintritt für Erwachsene (Stand: April 2024) ist er zwar nicht ganz billig, in meinen Augen jedoch jeden Cent wert. Schließlich muss so ein Zoo auch unterhalten werden.

Die Anlage erstreckt sich direkt am Ufer des Flusses Tagliamento auf einer Fläche von 100.000 qm und beherbergt rund 200 Tierarten mit insgesamt mehr als 1.000 Tieren. Von Vögel aller Größen und Arten über Reptilien bis hin zu Säugetieren findet man hier eine Vielzahl bekannter, aber auch exotischer Tiere. Um ihnen möglichst reale Lebensräume zu schaffen, wurden neben heimischen Gewächsen auch zahlreiche tropische Pflanzenarten untergebracht, so dass auch genügend Abwechslung in der Flora zu finden ist.

Den Parkplan in die Tasche gesteckt, ließ ich mich einfach treiben. Lief querfeldein und immer gerade dorthin, wo wenig Menschen zu sehen waren. Allein die Anlage ist wunderschön gestaltet. So viel Grün, so viel Wasser. Hier und dort ein Springbrunnen. Toll!

Während mich die unterschiedlichen Vogelarten weniger interessierten, hielt ich mich eine Weile bei den Affen, aber auch bei 'meinen' Eseln und den Ziegen auf. Lustig. Tiere, die es immer und überall gibt; die mich aber einfach aufgrund ihres Wesens immer wieder begeistern. Das Highlight des Parks waren aber auch in diesem Jahr für mich wieder die Erdmännchen. Hier könnte ich Stunden zubringen. Die kleinen Racker flitzten durch das Gehege, hielten brav Wache und spielten und kappelten sich. Einfach goldig.

Manche Tiere hielten sich dezent zurück, bei den Kängurus gab es Nachwuchs und Zebra & Co. lagen faul in der Sonne. Eineinhalb Stunden war ich unterwegs. Die Zeit verging rasend schnell. Ich verabschiedete mich von den Erdmännchen und machte mich wieder auf den Weg zurück.

Am Platz angekommen, wurde ich bereits sehnsüchtig erwartet. Anton hatte es sich mit den Hunden in der Sonne bequem gemacht, doch so langsam wurde es ihnen allen langweilig. Jetzt war ich ja wieder da! Leinen gepackt und ab an den Strand.

Das Wasser hatte sich ein Stück weit zurückgezogen (ja, auch hier gibt es so etwas wie Ebbe und Flut, wenn auch nicht so deutlich zu erkennen wie an der Nordsee), es entstanden kleine Siele und die Möwen holten sich die Würmer aus dem Sand. Unsere Hunde tobten sich so richtig aus und waren einfach nur happy.

Der Eisbecher im Platz eigenen Café war dann schon fast obligat. Er ist einfach einer der besten hier in Italien. Dazu ein leckerer Cappuccino. So sieht Urlaub aus! Bis zum letzten Sonnenstrahl blieben wir draußen, genossen Aperol Sprizz, frische Scampi und Lachs und ließen es uns einfach gutgehen.


Tag 3: Geburtstag im Regen

Gestern Abend noch alles sturmfest gemacht (es wurden Windböen von bis zu 55 km/h vorher gesagt), war ich doch froh, dass wir heute Nacht davon verschont geblieben waren. Leider zeigte sich der Himmel aber dennoch Grau in Grau.

Ganz untypisch für Toni's Ehrentag, denn in den letzten Jahren feierten wir stets bei Sonnenschein. Dieses Mal musste der Geburtstagstisch im Innenbereich des Vans dekoriert werden. Beim Bäcker noch ein süßes Smiley-Gebäck mitgenommen, starteten wir gemütlich in den Tag.

Nach frühstücken und Geschenke auspacken ging es zumindest im Trockenen, aber bei doch deutlich heftigerem Wind, auf eine lange Gassi-Runde entlang der Strandpromenade und durch Bibione hindurch. Mia's Mut von gestern war heute wie weggeblasen (wie 'passend'). Stellenweise stand ihr die Panik wieder ins Gesicht geschrieben. Obwohl heute nichts anders war. Schade. Wir hatten schon gehofft, dass sie ihre Angst vielleicht endgültig besiegt hätte. Aber so ist eben jeder Tag anders und jeder Tag eine Überraschung mit ihr. Wir wissen es ja.

Gegen Mittag setzte dann leider der Regen ein. Na gut, dann wird das eben ein ruhiger Tag. Wir wechselten uns ab mit Lesen, Serie gucken und einfach nur faul sein. Da die Arbeit ebenfalls immer mitreist und es hier immer etwas zu tun gibt, war auch dafür Zeit. Zwischendurch wurden Regenpausen für kurze Gassi-Runden genutzt, abends kochten wir ein leckeres Menü und ließen den Abend bei Brettspielen ausklingen.

Zugegebenermaßen nicht mein Lieblingstag; wir sind viel lieber draußen unterwegs und sitzen auch einfach gerne nur mal in der Sonne. Aber man hat eben nicht immer Glück und dann muss man das Beste draus machen.


Tag 4: Unterwegs in Bibione & Shoppen

Nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte, kam heute Morgen zum Glück wieder die Sonne zum Vorschein. Mit blauem Himmel wirkt doch alles gleich viel freundlicher und so starteten wir nach dem Frühstück auf einen rund fünf Kilometer langen Spaziergang mit den Hunden.

Der erste Weg führte natürlich wieder direkt zum Strand. Mit Flexi-Leine tobten sich die Hunde aus, wobei Benita ihr Augenmerk eher auf die zahlreichen ans Land gespülten Treibhölzer legte. Die sahen aber auch wirklich toll aus. Am liebsten hätte ich sie alle eingesammelt und mit nach Hause genommen. Wer handwerklich/künstlerisch begabt ist, kann daraus bestimmt das ein oder andere zaubern.

Für mich war dieser Strandspaziergang wieder ein Highlight. Zu sehen, wie wohl sich die Hunde am Meer fühlen, wie ausgelassen sie hier toben … da geht einfach mein Herz auf. Eine ganze Weile entlang spaziert und dabei so gut wie keine anderen Leute getroffen (herrlich!), bogen wir irgendwann wieder ab in Richtung Strandpromenade. Weil Mia heute wieder um einiges mutiger war, ging es dann auch nochmal ein Stück durch die Innenstadt. Alles in allem war es ein richtig schöner und erholsamer Rundweg, die Hunde im Anschluss aber auch ganz schön müde.

Eine kurze Pause im Wohnmobil eingelegt, nutzten wir die regenfreie Zeit dann doch nochmal für den Gang zum Café. Auch wenn wir zwischenzeitlich sogar eine eigene Siebträger-Maschine dabei haben … so ein richtiger italienischer Kaffee ist dann eben doch nochmal was anderes.

Am Nachmittag gab es dann leider wieder den ein oder anderen Regenschauer, so dass wir auch diese Stunden wieder mit Lesen und einfach nur faul sein verbrachten. Immer begleitet von lauter Pop-Musik, denn auf dem Campingplatz waren (wie auch schon im letzten Jahr) zahlreiche Schulklassen jeden Alters für den Beach-Volleyball-Campus. Uns störte es nicht. Die Musik war gut und brachte Freude.

Hier und da nochmal kurz mit den Hunden raus und am Nachmittag eine kleine Shopping-Runde durch den Ort gedreht, holten wir uns für den letzten Abend in Bibione vom Restaurant 'Al Mare' Mozarella Caprese sowie eine Pizza Parma. Hört sich wenig an, war aber mehr als ausreichend für uns zwei. Die Portionen sind hier wirklich groß. Nur den damit verbundenen Plastik-Müll fanden wir nicht so prickelnd. Aber in Italien ist das eben alles anders und wird nicht so drastisch gesehen wie in Deutschland.


Tag 5: Weiter geht's nach Buje in Kroatien

Hallo Regen! War es die Nacht über eher trocken, klopfte pünktlich mit Aufstehen um 8 Uhr erneut der Regen an die Tür. Was hatte ich ihn vermisst. Ich trotzte dem Nass und stiefelte zum Bäcker. Frische Brötchen und ein gutes Frühstück; dann sah die Welt schon wieder ganz anders aus.

Tatsächlich konnten wir es aussitzen. Alles zusammengepackt und das Wohnmobil wieder reisefertig gemacht, ergatterten wir eine kleine Regenpause und machten uns mit den Hunden ein letztes Mal auf den Weg zum Strand. Benita durfte noch einmal buddeln und nach langer Zeit auch mal wieder ohne Leine sausen. Frauchen musste jetzt ganz stark sein. Nein, im Ernst. Ich habe wirklich immer Bedenken, die Hunde in 'fremden' Gebieten leinenlos laufen zu lassen. Sie sind nun mal Jäger. Da reicht ein Eichhörnchen oder eine Katze (und wir hatten auch Camper am Platz, die ihre Katze mitgenommen haben). Doch aktuell war niemand da und es war einfach zu schön, sie ihre Runden drehen zu sehen. Freude und Glückseligkeit pur!

Über die Strandpromenade wieder zurück, verabschiedeten wir uns von den Nachbarn und verließen das Villaggio Turistico Internazionale gegen 11.30 Uhr. Ein bisschen traurig waren wir wohl alle. Aber es war auch bestimmt nicht das letzte Mal. Wir sehen uns im nächsten Jahr.

Im Eurospar in Latisana unseren Zwischeneinkauf getätigt, wurde der Van noch einmal aufgetankt und dann ging es auch schon unserem nächsten Ziel entgegen: Buje in Kroatien. Leider auch hier wieder größtenteils von Regen begleitet. Hört das denn nie auf? Die Strecke war uns noch von unserer letzten Kroatien-Reise bekannt. Die große Autobahn um Triest mit Blick auf den Hafen und das riesige Industrieviertel. Aber auch die etwas breiteren Serpentinenstraßen in die Hügellandschaft Sloweniens und Kroatiens.

Nach rund eineinhalb Stunden erreichten wir schließlich gegen 14 Uhr das Wellness Camping San Servolo nur wenige Kilometer von Buje entfernt. Mitten im Nirgendwo auf einem Hügel. Und obwohl der Check-In offiziell eigentlich erst ab 16 Uhr möglich ist, durften wir bereits auf unseren gebuchten Luxury-View-Stellplatz L2. Wie gut, dass wir doch schon früher losgefahren sind. Die Ursprungsidee war eigentlich, im Villaggio Turistico den Late-Check-Out zu nutzen. Doch nachdem die Dame an der Rezeption auf unsere Anfrage hin ein regelrechtes Drama darum machte (ja, nein, vielleicht), verzichteten wir darauf. Regen gab es überall. Also war es egal, wo wir diesen aussitzen würden.

Zum Glück gab es just in diesem Augenblick eine kleine Regenpause, so dass wir wenigstens das Auto platzieren und mit den Hunden eine erste Runde über den Platz drehen konnten. Die Anlage ist nicht groß, bietet gerade mal 24 Stellplätze und rund 40 Mietunterkünfte. Dafür ist alles etwas luxuriöser, extrem gut gepflegt und vor allem sehr großzügig gestaltet. Das Highlight ist natürlich der Wellnessbereich mit Indoor- und Outdoorpool. Auch zwei Restaurants gibt es direkt am Platz.

Die Stellplätze sind zwischen 100 und 150 qm groß und bieten je nach Kategorie sogar einen eigenen Whirlpool, einen Zugang zu einer großen Gemeinschaftswiese und Blick auf Buje bzw. in Richtung Sonnenuntergang. Und genau so einen Platz hatten wir. Nun gut – mit dem Sonnenuntergang würde es heute vermutlich eher schwierig werden. Aber den Whirlpool kann man im Zweifelsfalle auch bei Schlechtwetter nutzen. Wann hat man so etwas schon mal?

Noch ein Stück luxuriöser sind die vier buchbaren Diamant Luxury Parzellen. Sie verfügen nicht nur über einen eigenen Whirlpool, sondern sogar über eine eigene Wellness-Suite mit Bade- und Schlafzimmer, einer eigenen Sauna, dekorativem Kamin, TV und Kühlschrank sowie Liegestühle. Kurz hatten wir bei Buchung überlegt, uns mal so etwas zu gönnen. Aber mit rund 200 € pro Nacht zzgl. Nebenkosten (Hunde) war es uns das dann doch nicht wert. Näheres Infos zu diesem außergewöhnlichen Campingplatz findet Ihr auf meiner Bewertungsseite.

Zum Glück hatten wir noch unseren Lebensmittelvorrat aufgestockt, denn was dem Platz hier fehlt, ist ein Supermarkt. Diesen gibt es dann erst wieder in Buje, rund 2 Kilometer entfernt. Am Campingplatz findet man nur einen kleinen Feinkostladen, wobei 'Laden' auch nicht der richtige Begriff ist. An der Rezeption gibt es eine kleine Auswahl an Weinen der umliegenden Weingüter sowie Biersorten der 'hauseigenen' Brauerei San Servolo. Dazu diverse Trüffelprodukte. Preislich jedoch im oberen Segment und auch nichts für den alltäglichen Verbrauch. Eher für den Genuss oder als Mitbringsel.

Der Regen setzte erneut ein und so machten wir es uns im Inneren des Vans bei leckerem Cappuccino und Croissants bequem. Den Nachmittag mit Brettspielen verbracht, kam gegen 19 Uhr dann doch tatsächlich wieder die Sonne hervor! Juhuuu! Jetzt war der Whirlpool dran. Schnell in die Badeklamotten geschmissen, genoss ich bei Sprudelwasser und 40 Grad wohlige Wärme mit Blick auf das Meer. Herrlich! Der Whirlpool wird im Übrigen täglich vom Hausmeister gecheckt und bei Bedarf gereinigt. Bei Neuanreisen natürlich komplett entleert und neu befüllt. Er war auch nicht sonderlich gechlort, was natürlich besonders angenehm war. Ach, das tat gut!

Anton war noch optimistischer. Er fuhr die Markise aus und bereitete alles fürs Grillen vor. Die Nachbarn lachten, taten es uns dann aber nach kurzer Zeit gleich. Gegessen wurde drinnen, da der Rasen des Stellplatzes leider nach wie vor unter Wasser stand und auch die Temperaturen nicht besonders warm waren. Aber hey – immerhin Sonne. Wie hatten wir sie vermisst.

Zum Abendessen gab es schließlich einen leckeren Malvasier. Ein Weißwein des Weinguts Kozlovic, das sich nur rund fünf Kilometer von hier entfernt befindet. Ich liebe es, regionale Produkte zu testen. Allen voran regionale Weine. Diesen hatte ich mir extra noch an der Rezeption im 'Laden' für sage und schreibe 24 € gekauft. Am nächsten Tag stellte ich fest, dass er direkt im Weingut gerade mal 13 € kostet. Interessant …

Und so ließen wir unseren ersten Abend auf diesem mehr als außergewöhnlichen Campingplatz gemütlich ausklingen. Ich war auf die nächsten Tage gespannt. Vor allem auf Buje. Denn interessanterweise sind wir auf unserer Rückfahrt von Kroatien nach Hause vor zwei Jahren ausgerechnet durch Buje hindurch gefahren. Damals hatte ich mir noch gedacht: Hm, dieser Ort sieht so wundervoll aus; den würde ich mir auch gerne mal näher ansehen (war jedoch aus Zeitgründen damals nicht mehr möglich). Und siehe da: Gut Ding will Weile haben. Als wir den Campingplatz bei unseren Recherchen im Internet entdeckten, stelle ich erfreut fest, dass dieser Ort direkt um die Ecke liegt.


Tag 6: Radausflug in die Weinregion & Besuch des Weinguts Kozlović

Es gibt zwar weder Supermarkt noch Bäckerei am Platz. Frühstücksbrötchen können aber dennoch bestellt werden. Das haben wir gestern Nachmittag noch in Erfahrung gebracht, denn verständlicherweise hatte ich wenig Lust, morgens erst einmal einige Kilometer in den nächsten Ort radeln zu müssen.

Zur Wahl steht die Zubuchung des Frühstücksbüffets, welches im Steakhouse serviert wird. Alternativ kann man sich ein 'Frühstücks-Paket' bestellen, wofür wir uns entschieden haben. In Anbetracht dessen, was wir in Bibione jeweils im Laden an Brötchen und Croissants bekamen, erschienen uns 5 Brötchen und 2 Croissants als durchaus ausreichend. Als ich diese heute Morgen im Restaurant abholte, hätte ich mich jedoch gerne selbst gesehen. Meine Gesichtszüge müssen wohl ziemlich entglitten sein, als mir die nette Kellnerin zwei Mini-Tütchen entgegenstreckte. Und das soll alles sein? Die Brötchen hatten gemeinsam fast in einer Hand Platz, die Croissants waren mit zwei kleinen Bissen vertilgt. Nun gut. So ist das wohl auf einem 5-Sterne-Luxus-Platz. Weniger ist mehr. Mit 5 € pro Paket immerhin keine große Ausgabe.

Zumindest lag uns das Frühstück nicht schwer im Magen und so machten wir uns kurze Zeit später mit den Hunden auf den Weg. Geplant war der Besuch des Zingarella Wasserfalls, den Anton entdeckt hatte. Zwei Kilometer sollten uns davon trennen. Der Himmel war zwar Grau in Grau, dafür aber trocken. Während es Richtung Buje einen neu ausgebauten Fuß- und Radweg gibt (so neu, dass sie an diesen Tagen noch daran arbeiteten), war in die andere Richtung davon nichts zu sehen. Bisher hatten wir auf dieser Straße jedoch kaum Autos gehört und gesehen, also beschlossen wir, mangels Wanderweg das erste Teilstück eben neben der Straße entlang zu spazieren. Von wegen! Als hätte man uns gehört, schossen nun alle paar Minuten die Fahrzeuge an uns vorbei. Mit den Hunden viel zu gefährlich und so drehten wir entnervt um. Ach schade. Rund um den Campingplatz gibt es einen Mini-Dog-Track, den man allerdings in zehn Minuten umrundet hat und auch schon von gestern kannten. Also ging es nun entlang der Straße – wenn auch auf dem breit ausgebauten Fußweg – in Richtung Buje. Schön war der Spaziergang allerdings nicht. Außer Wald und Straße gibt es hier nichts. Am Ortsrand von Buje angekommen, wäre es noch mindestens ein Kilometer hoch zum alten Stadtkern gewesen; Mia machte das nicht mit. Also drehten wir wieder um und liefen die Strecke wieder zurück. Meine Laune war nicht die Beste, was mich selbst ärgerte. Aber wenn es keine schönen Spazierwege für die Hunde gibt, macht mich das einfach traurig.

Noch ein wenig über das Gelände spaziert, ging es nun wieder zum Van. Anton und die Hunde blieben am Platz, ich musste jetzt ein wenig raus hier. Die letzten Tage saß ich lange genug im Wohnmobil. Das Wetter war zwar nicht perfekt, aber immerhin gab es keinen Regen und so versuchte ich nun mit dem Rad mein Glück mit dem Zingarella Wasserfall. Entlang der viel befahrenen Straße erreichte ich nach einigen Minuten die nächst gelegene Mini-Ortschaft und entdeckte einen Wegweiser zu eben diesem Wasserfall. Das Fahrrad am Zaun einer Olivenfarm festgemacht, lief ich los … um nach wenigen Minuten doch wieder umzukehren. Es war zwar ein Wanderweg, aber irrsinnig dunkel. Ein Blick auf Google Maps zeigte mir: Falscher Weg – der führt in die komplett andere Richtung. Wieder aufs Rad und ab zum in der App angezeigten Zielpunkt. Hier waren eindeutig Wegweiser für den Wasserfall zu sehen. Doch nach den ersten paar Metern verwandelte sich der Wanderweg in ein matschiges Etwas, zusätzlich hing dichtes Gestrüpp darüber. Hier waren wohl schon lange keine Menschen mehr unterwegs. Nein, damit fühlte ich mich definitiv nicht wohl. Dann gibt es heute eben keinen Wasserfall. Ich hatte wenig Lust, mich irgendwo in den Wäldern Kroatiens zu verlaufen oder vielleicht gar nicht mehr zurück zu kommen. Hier war ich nämlich so absolut vollkommen allein, nichts und niemand war zu sehen. Im Verlauf des Tages konnte ich zwar immer wieder entsprechende Wegweiser entdecken. Scheinbar erreicht man von überall 'irgendwie' diesen Wasserfall. Fragt sich nur, über welche Wege und in welchem Zeitrahmen. Wie gut, dass wir das nicht mit den Hunden gemacht haben.

Plan B war allerdings schnell gefunden, denn ich hatte ohnehin vor, dem Weingut Kozlović einen Besuch abzustatten. Ihr erinnert Euch? Mein gestriger Wein stammte von dort und wenn man schon einmal in direkter Nähe ist, kann man sich das ja auch mal ansehen. Während des Wegs blieb ich immer mal wieder stehen, um die fantastische Landschaft um mich herum aufzunehmen. Sicher – die zahlreichen Weinreben standen erst am Anfang. Da waren noch keine Knospen zu sehen. Dementsprechend karg wirkte es auch. Aber schon jetzt fand ich es richtig schön hier; wie wird das erst, wenn alle Weinberge Früchte tragen?

Die Straße Richtung Most entlang gefahren, erreichte ich plötzlich einen Parkplatz, der voll mit Autos war. Was gab es denn da? Rechter Hand entdeckte ich eine alte Burg, das Momjan Castle. Na, das sah ja toll aus. Kurzerhand mein Fahrrad abgestellt, steuerte ich direkt drauf los. Über eine kleine Brücke und einen Mini-Wasserfall hinweg, ging es ziemlich steil bergauf. Auch hier traf ich wieder auf nichts und niemanden (die Autos waren alles Besucher des kleinen Restaurants am Bach). Wobei – so ganz richtig ist das nicht. Kurz bevor ich die Ruine erreichte und gerade in dem Moment, in dem ich mich nach einer kurzen Verschnaufpause wieder in Bewegung setzte, huschte mit einem Affenzahn etwas Großes an mir vorbei und sprang ins Gebüsch. Für eine Katze war es zu groß, für einen Hund zu klein. Von der Farbzeichnung sah es wie ein Fuchs aus. Hui. Also hier erlebt man Natur pur. Vorhin erst hatte ich einen komplett ausgenommenen Hasen am Straßenrand entdeckt. Jetzt der Fuchs … ich geh mal lieber schnell weiter.

Kurz bevor man den Ort Momjan erreicht, führt ein kleiner Weg zum Momjan Castle. Eine kleine Tafel beschreibt die Historie dieses Platzes und es stellte sich heraus, dass diese Burg unter anderem auch einmal im Besitz einer deutschen Adelsfamilie war. Bewohnt wurde es bis 1835. Heute sind von diesem ehemaligen Kastell mit seiner Hängebrücke nur noch die Ruinen der Mauer, das Bogenportal, der Turm und zwei Halbpfeiler zu sehen. So verlassen und rund herum von dichten Bäumen umwickelt, sah das wirklich toll aus. Ein Pfad führt direkt zur Burg, allerdings sah das alles extrem baufällig aus und so verzichtete ich darauf.

War es bisher mucksmäuschenstill, hörte ich plötzlich ein lautes Schlagen. Ich blickte nach oben und da kreiste doch nicht tatsächlich ein großer Vogel über mir! Mäusebussard oder Adler? Laut Google sind hier in Kroatien durchaus Steinadler zu finden. Ob es einer war oder nur ein extrem großer Bussard – ich weiß es nicht.

Jetzt aber nichts wie weg. Das war mir jetzt nicht mehr so ganz geheuer und ich spazierte weiter in den Ort Momjan. Nicht besonders viel erwartet, war ich schon innerhalb weniger Minuten vollkommen begeistert davon. Was für ein hübsches und einmaliges Dorf. So viele tolle, alte Häuserfassaden. So viele schöne Fenster und Türen. Genau das richtige für mich und meine Kamera.

Eine Weile hier hindurch spaziert, ging es nun wieder zurück. Auch der Regen war wieder da, wenn auch nicht besonders schlimm. Nass wurde ich trotzdem. Doch ich ließ mich davon nicht beirren, wartete den kleinen Schauer ab und dann ging es auch schon weiter zum Weingut Kozlović, das ich nach wenigen Minuten erreichte.

Wie eine Burg thront der moderne Verwaltungsbau über die Weinberge rings herum. Neben einer Terrasse am Eingang gibt es auch noch eine überdachte Event-Location mit direktem Blick über die Weinberge und auf das gegenüber liegende Momjan Castle.

Im Innenbereich findet man einige Sitzplätze, es war auch gut besucht. Die Damen und Herren waren alle schick gekleidet und probierten sich durch die verschiedenen Weinsorten, aßen eine Kleinigkeit dazu. Und dann komme ich … in Freizeitklamotten und angeregnet. Ich wurde aber gar nicht wirklich wahrgenommen. Weder von den Gästen noch von den Angestellten. Denn als ich meinen Einkauf – eine Flasche Wein und Olivenöl – zahlen wollte, ließ man mich erst einmal stehen. Aha. Auch gut. Also freundlich sind sie hier nicht gerade. Wenn nur der Wein nicht so gut wäre …

Alles in meinem Rucksack verstaut, ging es noch ein Stück die Weinstraße entlang, bis ich wieder umdrehte und mich langsam auf den Weg zurück machte. Inzwischen wurde es frisch und ich müde. Ich brauchte jetzt dringend einen Kaffee.

Und nur eine Stunde später kam dann endlich wieder die Sonne heraus! Diese nutzte ich sofort, um ein paar schöne Bilder des Campingplatzes zu machen. Im Anschluss ging es mit den Hunden ein wenig raus. Ich schnappte mir mein Gläschen Wein und genoss die warmen Sonnenstrahlen am Platz, während Anton unser Abendessen für heute grillte.

Pünktlich zum Sonnenuntergang wollte der Whirlpool noch einmal genutzt werden. So mag ich das. Und genau so hatte ich mir das vorgestellt. Einfach wunderschön!


Tag 7: Ausflug nach Buje

Das Wetter wurde von Tag zu Tag besser. Heute wachten wir sogar schon mit Sonne auf. Wurde auch langsam Zeit.

Ich holte wieder das 'üppige' Frühstück im Restaurant ab und nach dieser kleinen Stärkung ging es für mich dann auch schon los nach Buje. Anton und die Hunde waren noch müde und in Ermangelung einer schönen Gassi-Strecke verlegten wir die größere Runde auf den Nachmittag.

Mit dem Rad ging es nun die rund 2,5 Kilometer direkt ins Zentrum. Das letzte Stück vom Gewerbegebiet bis dorthin erfordert trotz E-Bike ein wenig Kondition. Der Berg ist steil, doch während des Wegs hat man immer wieder fantastische Ausblicke auf das alte Buje, wie es auf 240 Metern thront. Vor allem der frei stehende Glockenturm der Pfarrkirche Sv. Servul ist schon von Weitem zu erkennen. Wer mit dem Auto anreist, kann es hier an der Flavia Ul. abstellen.

Mein Fahrrad direkt gegenüber der Chiesa Madonna della Misericorida abgestellt, ging es nun zu Fuß weiter durch die hervorragend erhaltene Altstadt mit den vielen historischen, venezianischen Bürgerhäusern. Mein erster Weg führte mich entlang der Stadtmauer, die noch aus dem Mittelalter stammt, jedoch nur noch stellenweise erhalten ist. Ich spazierte über ausgewaschene Pflastersteine und entdeckte wieder viele alte Türen und Tore. Teilweise von Grün überwuchert, teilweise schon mindestens dreißig Mal geflickt. Und gerade deshalb so schön anzusehen.

Immer wieder ließ ich meinen Blick über die weitläufige Weinregion schweifen, als ich schließlich in einem Baum direkt vor mir eine Katze sitzen sah. Völlig unbeeindruckt von mir machte sie es sich auf dem Ast bequem und beobachtete den Bauer unter uns, der gerade die Ziegen fütterte. Was für ein neugieriges Huhn.

Katzen gibt es hier in Buje wirklich reichlich. Aus jeder Ecke kamen sie hervor. Die einen schnurrten um die Füße, die anderen liefen ängstlich davon. Überall waren kleine Futterschalen zu sehen. Irgendwie erinnerte mich diese 'Masse' an Katzen an Rhodos.

Ein besonderes Highlight erwartete mich kurze Zeit später mit der Kirche St. Martin und dem angrenzenden alten Friedhof. Er liegt etwas außerhalb der historischen Stadtmauer und begeisterte mich mit einer außergewöhnlichen Atmosphäre. Sowohl direkt an der Kirche als auch rundherum im Garten findet man schöne historische Grabsteine aufgelöster Gräber. Sie alle wurden einfach irgendwie dort abgestellt. Der Ort wirkt magisch. Zum Glück konnte ich ihn ganz für mich allein genießen.

Von den mehr oder weniger zwei freistehenden alten Steinmauern hat man einen unglaublichen Ausblick auf die Hügellandschaft. Noch dazu ein perfekter Fotospot. :-) Mit den Wolken im Hintergrund sind mir ein paar gute Aufnahmen gelungen.

Von hier ging es nun kreuz und quer durch den Ort. Ich lief in jede noch so einsame Gasse, spazierte unter Wäscheleinen hindurch, erhaschte kurze Blicke ins Innere der Häuser und erfreute mich an den vielen wundervollen Anblicken und Motiven. Buje ist wirklich ein ganz außergewöhnlich schöner Ort. Alt, an manchen Stellen heruntergekommen und dennoch mit ganz viel Charme.

Einer der größten Plätze der Altstadt ist der malerische Kirchplatz. Hier fühlt man sich in längst vergangene Zeiten zurückversetzt. An jeder Ecke des Platzes findet man uralte Steinhäuser, an denen noch immer die historischen Wappen der ehemaligen Herrscher prangen. Das ehemalige Rathaus stammt aus dem Jahre 1878, während der venezianische Patrizier-Palast schon 1485 entstanden ist.

Das Schmuckstück des Platzes und Herzstück der Altstadt ist allerdings die Kirche des Hl. Servul. Sie ist aus dem 15. Jahrhundert und zeigt im Inneren gleich sieben reich verzierte Altäre und eine Orgel aus dem Jahre 1791. Direkt daneben steht der frei stehende Glockenturm. Mit 48 Metern ist er der zweithöchste Turm in Istrien und bietet bei gutem Wetter sogar einen Blick bis Venedig! Davon konnte ich mich heute leider nicht überzeugen, denn der Turm war verschlossen.

So richtig loseisen wollte ich mich noch nicht von Buje und so spazierte ich nochmals ein paar Straßen entlang, bis ich mir sicher war, nun auch wirklich alles gesehen zu haben. Für Fotografen ist dieser Ort wirklich zu empfehlen. Hier hat man unglaublich viele Möglichkeiten.

Am frühen Nachmittag wieder zurück am Platz, ging es jetzt aber erst einmal auf eine Gassi-Runde mit den Hunden. Wir nahmen den Dog-Track, spazierten noch etwas über den Platz und machten es uns im Anschluss daran mit einem Kaffee bequem.

Für unseren letzten Abend hier auf dem Wellness Campingplatz San Servolo gab es Abendessen aus der Platz eigenen Pizzeria. 13 € pro Pizza war ein stolzer Preis. Geschmacklich waren sie in Ordnung, aber wir hatten schon bessere gegessen. Ja – Kroatien ist teuer geworden. Nicht nur hier. Auch – oder vor allem! - am Meer haben die Preise deutlich angezogen.

Ans Meer ging es dieses Mal nicht, obwohl es gerade mal 13 Kilometer entfernt lag. Wir konnten es aber jeden Tag von unserem Stellplatz aus sehen. Auch Buje erschien immer wieder im sonnigen Licht auf seinem Hügel. Der Luxury Stellplatz ist wirklich empfehlenswert. Hier kann man es aushalten. Generell hat es uns auf diesem Platz so gut gefallen, dass wir auf Antons Wunsch hin doch gleich nochmal zwei Nächte für den Herbst gebucht haben.

Und so genossen wir nun noch ein letztes Mal den Sonnenuntergang. Dieses Mal nicht aus dem Whirlpool, sondern ganz klassisch im Liegestuhl. Die Sonnenuntergänge in Kroatien sind schon immer besonders schön.


Unser Ausblick vom Stellplatz :-)

Tag 8: Weiter geht's nach Slowenien

Auf Wiedersehen, San Servolo! Einerseits schade, dass die Zeit hier schon wieder rum war. Andererseits freute ich mich jetzt aber auch sehr auf Slowenien – meinem Sehnsuchtsort. Zum Glück hatte sich das Wetter inzwischen deutlich verbessert. Denn letzte Woche fiel dort noch Schnee. Demzufolge hatten wir uns bereits einen Plan B überlegt und wären in diesem Falle noch ein paar Tage an die kroatische Küste gefahren. Doch so war es mir eindeutig lieber.

Nach einem schnellen Frühstück packten wir wieder alles ins Wohnmobil, wobei wir dieses Mal ohnehin nicht viel aufgebaut hatten. Somit war das schnell erledigt und mit den Hunden ging es ein letztes Mal entlang des Dog-Tracks und durch das Campinggelände hindurch. Wir sehen uns in etwa einem halben Jahr wieder! Doviđenja!

Kurz überlegt, ob wir noch irgendwo unseren Lebensmittelvorrat aufstocken wollen, stellten wir fest, dass wir eigentlich noch genügend mit dabei hatten. Und am Campingplatz Šobec gab es ja auch einen Supermarkt. Das würde vollkommen ausreichen.

Und so machten wir uns gegen 11.30 Uhr langsam auf den Weg nach Slowenien. Heute gab es Sonne und blauen Himmel. Das sollte nun glücklicherweise auch für den Rest unserer Reise so bleiben. Mit den kräftigen Farben sah das alles doch gleich viel freundlicher aus.

Die Straßen waren teilweise wie leergefegt, überrascht hatte uns jedoch die Grenzkontrolle in Slowenien. Auf der Hinfahrt wurde nicht kontrolliert. Auf der Rückfahrt schon.

Etwa zwei Stunden waren wir unterwegs, als wir schließlich den Campingplatz Šobec erreichten. Je näher wir dem Ziel kamen, desto aufgeregter wurde ich. Allein die Einfahrt zum Campingplatz versprach viel Ruhe und Natur, denn das letzte Stück fährt man gut einen Kilometer nur durch einen Wald. Rechts dann die ersten Ausläufer der Anlage. An der Rezeption angekommen – mitten im Wald. Herrlich! Genau so hatte ich es mir vorgestellt. Ich war schon jetzt vollkommen begeistert.

Anton meldete uns an und kam nach nur wenigen Minuten wieder zurück. Das ging ja fix. Freundlich und schnell. So mögen wir das. Als Stellplatz hatten wir den Premium Lake View mit 100 bis 120 qm gebucht, jedoch keine bestimmte Platznummer und ich hatte es auch tatsächlich versäumt, mir vorab den Plan genauer anzusehen. Umso größer war nun die Überraschung, als wir die Nr. 412 bezogen. Was für ein Traum-Platz!! Direkt am 1.600 qm großen Naturseebad mit grün-blauem Wasser. Eigene Liegewiese und direkter Einstieg in den See. Dazu ein sensationeller Ausblick auf die Gipfel der Karawanken. Ich war einfach nur sprachlos.

Kaum das Wohnmobil abgestellt, wurden wir auch schon herzlich von unseren Nachbarn begrüßt. Eine junge Familie aus Slowenien, die nur wenige Kilometer von hier entfernt wohnt, jedoch regelmäßig eine kurze Auszeit in Šobec verbringt. Der junge Mann wollte gleich alles über uns wissen und so tauschten wir uns eine ganze Weile mit ihm aus. Ach wie nett.

Die Hunde wurden ungeduldig und so drehten wir die obligate Kennenlernrunde über den Platz. Benita war gleich wieder hellauf begeistert. Da gab es eine ganze Menge zu schnüffeln und entdecken.

Am Restaurant war man gerade in den letzten Zügen für den Aufbau des heutigen Wein-Events. Davon hatte ich schon gestern auf Instagram gelesen und war sehr gespannt, was uns hier erwarten würde. Ein wenig Bedenken hatte ich ob der vielen Menschen in Bezug auf Mia. Doch die kleine Maus war heute wieder besonders mutig und stiefelte – wenn auch mit eingezogenem Schwanz – durch die vielen eng beieinander stehenden Weinstände. WIR hätten ja einen anderen Weg genommen, aber dieses Mal war sie es, die unbedingt hier hindurch wollte.

Das sah ja schon mal alles sehr vielversprechend aus. Für 20 € 'Eintritt' (Glas-Gebühr) konnte man sich hier durch die zahlreichen Angebote der verschiedenen Weingüter Sloweniens probieren. Dazu gab es ein paar Snacks. Gereizt hätte es mich schon, aber Anton ist kein großer Weintrinker und alleine ist so etwas langweilig. Außerdem schien die Veranstaltung eher für absolute Weinkenner, denn überall wurde philosophiert und diskutiert. Da konnte ich – die nur ab und zu ein Gläschen Wein trinkt – nicht wirklich mitreden. Generell zog es auch eher die Slowenen aus der näheren Umgebung hierher. Der Parkplatz vor der Anlage war bis auf den letzten Platz besetzt und viele kannten sich untereinander. Zwischendurch spielte immer mal wieder eine slowenische Band. Tolle Musik. Traditionell und trotzdem modern. DAS gefiel mir. Und das hörten wir auch an unserem Platz noch sehr gut. Insgesamt dauerte das Fest bis ca. 21 Uhr. Anschließend folgte noch eine kleine Party am Restaurant.

Wir waren jetzt am Nachmittag aber erst einmal mit dem Aufbau unserer Utensilien beschäftigt und machten es uns an diesem herrlichen Fleckchen Erde schön. Im Anschluss daran spazierten wir mit den Hunden einmal um den See. Von jeder Stelle aus genießt man einen unvergleichlichen Blick. Eine wundervolle Anlage. So sauber, so weitläufig, so ansprechend.

Als 'etwas' störend empfanden wir hier nur die zahlreichen Wochenend-Ausflügler. Während man in der Hauptsaison für Nicht-Campinggäste Eintritt verlangt, wird in der Nebensaison darauf verzichtet. Klar, das Wetter war sonnig und warm. Der See lud zum Baden ein. Der Kinderspielplatz wurde zum Treffpunkt von Familien. Alles an sich kein Problem. Uns ärgerte es allerdings, dass die Ausflügler am Wochenende permanent über unseren Stellplatz spazierten. Die Hinweisschilder des Platzes, dies zu unterlassen, wurden ignoriert. Selbst die Absperrung wurde missachtet. Da nahm man lieber in Kauf, beim Übersteigen der Barriere ins Wasser zu fallen anstatt die 20 Meter 'Umweg' des öffentlichen Wegs zu nutzen. Unsere Hunde fanden das verständlicherweise nicht so toll, wenn ständig fremde Leute direkt an uns vorbei liefen, Kinder ihre Fußbälle vor unserer Nase kickten oder uns anglotzten. Doch in Slowenien scheint es 'meins' und 'deins' nicht zu geben. Da ist jeder überall. Und keinen scheint es zu stören. Doch! Uns! Wir haben ehrlich gesagt nur noch darauf gewartet, bis sich jemand in unsere Stühle setzt und den Kaffee trinkt, der da steht. :-)

Das war aber tatsächlich auch der einzige etwas nervige Punkt, der einfach am Wochenende lag. Am Montag waren kaum mehr Leute hier.

Nach Rückkehr am Platz lief Anton zum Supermarkt, stand allerdings vor verschlossenen Türen. Heute (Samstag) war Feiertag in Slowenien. Morgen (Sonntag) hatte der Markt generell geschlossen (ob das auch in der Hauptsaison so ist, weiß ich nicht). Grundsätzlich hatten wir ja alles, aber was ist mit den Frühstücksbrötchen? Da hatten wir nichts mit dabei, weil wir die immer gerne frisch kaufen. Von unserem Nachbarn erfuhren wir, dass es in Lesce – ca. 2 Kilometer entfernt – einige Bäckereien gibt, die auch am Sonntag geöffnet hätten. Hm. Da bleibt mir vermutlich nichts anderes übrig, als mich morgen Früh aufs Rad zu schwingen.

Während Anton sich schließlich wieder der Bundesliga widmete, schnappte ich mir Benita und wir sahen uns den Campingplatz genauer an.

Über 15 Hektar groß ist er insgesamt. Er liegt inmitten unberührter Natur direkt am Fluss Save. Umgeben von dichten Nadelwäldern und der malerischen Kulisse der Karawanken bietet er trotz seiner Naturverbundenheit jede Menge Komfort. In neun verschiedenen Zonen kommt sicher jeder einzelne Camper auf seine Kosten. Ob unmarkierte Stellplätze in der Free Zone, ruhige Standardplätze, Stellplätze direkt am Fluss Save oder am Naturbadesee. Wer es lieber etwas bequemer hat, für den gibt es zusätzlich in verschiedenen Bereichen auch Mietunterkünfte in Form von Zelten, Bungalows oder Ferienwohnungen. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Und genau diese Bereiche sahen Benita und ich uns jetzt genauer an. Schon nach wenigen Schritten war ich einfach nur überwältigt von der Größe dieses Platzes. Unglaublich, wie viele Urlauber hier Platz finden. Insgesamt sollen es wohl über 600 Plätze sein. Irre!

Wir spazierten zum Fluss Save, ein an manchen Stellen rauschender Fluss. Die Plätze hier sind entweder urig oder komfortabel. Auch hier wieder: Für jeden Geschmack etwas dabei! Die Plätze in der Free Zone waren aktuell vollkommen überwuchert und wurden erst in den nächsten Tagen frisch gemäht. Viel war jetzt aber ohnehin nicht los. Zwar kamen heute im Verlauf des Tages schon noch einige Gäste. Aber in Anbetracht der Größe war das wirklich mehr als überschaubar.

Ein besonders schönes Fleckchen ist die Brücke am Rad- und Wanderweg Bled-Radovljica am hinteren Ende des Campingplatzes. Die alte Brücke wurde leider vor kurzem durch ein Hochwasser beschädigt, so dass jetzt eine komplett neue Holzbrücke entgegen strahlt. Von hier aus genießt man einen fantastischen Blick auf den Fluss Save und den Mini-Strand, auf dem auch Hunde erlaubt sind.

A propos Hunde: Die Vierbeiner sind hier mehr als herzlich Willkommen! Nicht nur, dass es hier insgesamt gleich drei Hundestrände gibt. Auch äußerst luxuriöse Hundeduschen (gefliest und größer als so manche Menschen-Dusche auf anderen Campingplätzen!) sowie einige auf dem Platz verteilte Hunde-Toiletten sind zu finden. Zudem wurden wir beim Check-In darauf aufmerksam gemacht, dass jetzt in der Nebensaison die Hunde 'natürlich' auch im Naturbadesee und auch überall sonst schwimmen dürfen. Wenn nicht viel los ist, wäre das gar kein Problem. Nicht, dass das für uns in Frage kam; unsere Hunde sind absolute Nicht-Schwimmer. Aber schön fand ich es trotzdem, dass man hier in der Nebensaison etwas mehr Freiheiten mit Hund genießt.

Rund eineinhalb Stunden war ich mit Benita auf dem Gelände unterwegs und nicht nur ich kam strahlend zum Platz zurück. Auch meine Kleine hatte so viel Freude hier. Anders als andere Hunde kann sie auch genießen und bleibt dann häufig stehen, hält ihre Nase gegen den Wind und schaut sich einfach nur in der Gegend um. So etwas kenne ich von anderen Hunden nicht. Auch Mia macht das nicht.

Wieder am Platz, ging es nun noch einmal gemeinsam ein kurzes Stückchen spazieren, im Anschluss gönnte ich mir ein Gläschen Wein und Anton brutzelte uns ein Abendessen. So lang als möglich und wie es die Temperaturen zuließen, saß ich draußen und genoss einfach nur den Ausblick aufs Wasser und die vom Weinfest zu hörende Musik. Life is so beautiful!


Tag 9: Ausflug nach Radovljica

Sport am frühen Morgen – nichts für mich! Wie gestern bereits erwähnt, war der platzeigene Supermarkt heute geschlossen. Blöd, wenn man so gar nichts zum Frühstücken 'zu Hause' hat. Also suchte ich mir in Google Maps die nächst gelegene und geöffnete Bäckerei an einem Sonntag-Morgen heraus. Unsere slowenischen Nachbarn waren zwar unglaublich lieb und boten uns sogar ihr Toast-Brot an. Aber das konnte ich nicht annehmen; schließlich waren sie zu Viert und für uns alle hätte das nicht gereicht.

Also schnappte ich mir das Rad und folgte den Wegweisern Richtung Lesce. Statt die um 500 Meter längere Strecke entlang eines bequemen Radwegs zu nehmen, wählte ich die 2,5 Kilometer lange Strecke über den Berg direkt hinter uns. Ich habe ja schließlich ein E-Bike. Die ersten Meter gingen noch wunderbar, doch dann wurde es immer steiler und der Weg ging rechts ab in ein Waldstück. Ich überholte zwei Wanderer und musste schließlich absteigen, denn der Pfad wurde immer enger, der Weg immer steiler und noch dazu ragten hohe Wurzeln heraus. Und das soll ein Radweg sein? Ich schob das Rad, was mich ganz schön ins Schwitzen brachte. Umdrehen wollte ich aber nicht. Die Blöße wollte ich mir vor den Wanderern nicht geben. Denn zu Recht werden sie sich gefragt haben: Und da ist die hochgefahren? Nur wenige Minuten später, die mir wie eine halbe Stunde vorkamen, war ich in einem neu erbauten Wohnviertel von Lesce angekommen. Jetzt erst einmal tiiieeef durchatmen.

Den richtigen Weg auf Google Maps gefunden, erreichte ich schließlich die Bäckerei und stellte fest: Die Idee hatten mehrere. Die Schlange stand bis auf die Straße hinaus. Scheint gut zu sein – oder der einzige Laden, der hier geöffnet hat. Die Damen waren aber echt auf Zack und ich wartete keine fünf Minuten. Meine Großbestellung aufgegeben und alles in den Rucksack gepackt, ging es nun lieber den etwas längeren Radweg zurück. Puh. So ausgepowert schmeckte das Frühstück doch gleich viel besser.

Am Vormittag war es noch ein wenig bewölkt, was unserem Spaziergang mit den Hunden jedoch keinen Abbruch tat. Benita und ich 'zeigten' Anton und Mia den Rest des Campingplatzes, den sie gestern nicht mehr gesehen hatten. Wir spazierten zum Fluss Save, die Hunde buddelten und sprangen auf einer kleinen Insel am Hundestrand herum und so legten wir doch eine ziemliche Strecke zurück.

Die Vierbeiner waren müde, Anton fühlte sich nicht besonders und so ließ ich die Drei allein und flitzte wieder los. In einer TV-Reportage vor ein paar Monaten wurde der Ort Radovljica näher vorgestellt. Gerade mal vier Kilometer entfernt der perfekte Ausflug für heute. Mit dem Rad ging es den selben Berg hoch wie heute Morgen, aber ich vermied den engen Pfad und nahm stattdessen den breiteren Forstweg. Herausgekommen in Lesce, folgte ich der Straße immer geradeaus und erreichte schließlich nach einer halben Stunde den hübschen Ortskern.

Radovljica gehört zu den schönsten historischen Städten in Slowenien und hat sich in den letzten Jahren außerdem zu einem Hotspot für Gourmets entwickelt. Zum einen findet jährlich das Festival der Schokolade statt, das den Ort über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht hat. Zusätzlich bieten die neun besten Restaurants der Stadt einmal im Jahr eine Gemeinschaftsaktion 'So schmeckt Radovljica'.

Das Fahrrad am Ende der Altstadt gegenüber der Kirche des Hl. Petrus auf dem Linhart-Platz abgestellt, fühlt man sich hier fast wie in einem Freilichtmuseum. Die zahlreichen gut erhaltenen (bzw. restaurierten) Häuser stammen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und beherbergen sowohl Museen als auch Galerien, Restaurants & Cafés sowie kleine Geschäfte. Alles ist sauber und ordentlich gestaltet.

Die Kirche des hl. Petrus ist eine gotische Saalkirche und entstand um 1500. Einmal kurz auch im Inneren umgesehen, ging es einmal um die Kirche an der Wehrmauer herum, als ich auf eine Beschilderung des Jakobswegs stieß. Hier führt er also auch vorbei?

Auf dem Weg entlang der Linhart-Platzes, der seinen Namen einem slowenischen Gedichteschreiber verdankt, entdeckte ich wieder viele schöne Fotomotive. Alte Stühle oder hübsche Laden-Logos. Spaziert man durch eine der Seitengassen, erreicht man einen schönen Aussichtspunkt und kann hier über das gesamte weite Tal bis zu den Karawanken blicken.

Hauptaugenmerk des Platzes ist sicherlich das Schloss von Radovljica. Das äußere Erscheinungsbild prägt die dekorative Fassade aus dem 18. Jahrhundert. Im Inneren befinden sich ein prächtiger Barock- sowie ein Tanzsaal. Hier finden häufig Veranstaltungen statt.

Etwas kitschig und sehr touristisch, trotzdem schön anzusehen, ist das Gasthaus Lectar, das nicht nur Übernachtungen in traditionell gestalteten Zimmern bietet, sondern auch echte slowenische Küche und die Lebkuchenwerkstatt, die zugleich ein kleines Museum ist und sich unterhalb des Gasthauses in einem Gewölbekeller befindet. Hier kann man der Zubereitung der Lebkuchen zusehen sowie zahlreiche Backformen und jahrzehntealte Lebkuchenprodukte begutachten.

Im gesamten Haus war unglaublicher Trubel und Hektik, so dass ich mich nur kurz im Verkaufsraum umsah. Die Lebkuchen mit einem Spiegel in der Mitte kannte ich bereits aus der Reportage. Es ist ein uraltes Handwerk hier in Radovljica. Gekauft habe ich allerdings keinen, denn 10 € für ein Mini-Herz erschien mir dann doch ein bisschen teuer.

Einmal die Fußgängerzone entlang, erreichte ich den Schokoladen-Laden 'Cokoladnica' und sah mich ein wenig um. Hier waren die edelsten Pralinen ausgestellt, man konnte sogar das ein oder andere probieren.

Einen kleinen Abstecher zum Grajski Park mit dem historischen Denkmal in Form eines Obelisken gemacht, spazierte ich doch nochmal in den Schokoladen zurück und kaufte uns eine kleine Schachtel Pralinen. Mit 9 € auch kein Schnäppchen, aber etwas Besonderes, waren es doch die besten Pralinen des Landes.

Eine gute dreiviertel Stunde hier hindurch spaziert, ging es nun langsam wieder zurück zum Campingplatz, vorher sah ich mir aber auch den Ortskern von Lesce noch näher an. Viel gibt es hier nicht. Genau genommen nur eine Kirche und schöne Ausblicke auf die Umgebung. Ich drehte ein paar Extra-Runden und erreichte gegen den frühen Nachmittag wieder unseren Platz.

Jetzt stand erst einmal Ruhe und Erholung auf dem Plan. Mit Kaffee und Buch machten wir es uns direkt am See bequem. Die Hunde hatten sich zwischenzeitlich an die regelmäßigen Besucher auf unserem Stellplatz gewöhnt. Nur andere Hunde waren nicht so gern gesehen. :-)

Vor dem Abendessen drehten wir noch einmal eine ausgiebige Runde über den Platz und um den See. Leider ging es Anton immer schlechter. Noch zu Abend gegessen, legte er sich schließlich hin, während ich es mir noch einige Zeit draußen in meinem Fläz-Sessel bequem machte. Eigentlich waren wir heute Abend auf ein Gläschen Wein bei Bekannten ein paar Stellplätze weiter eingeladen. Aber mit schlechtem Magen hatte das keinen Sinn und musste somit verschoben werden.


Tag 10: Ausflug an den Bleder See & Besichtigung der Burg von Bled

Leider wurde es bei Anton über Nacht eher schlechter als besser und er beschloss, heute lieber erst einmal im Wohnmobil zu bleiben. Da hatte er sich ganz schön was eingefangen. Nur: Wo?

Also drehte ich alleine mit den Hunden die Morgenrunde und dank des Montags war heute auch kaum mehr etwas los auf dem Platz. Wir spazierten zum Fluss Sava, die Hunde kühlten ihre Pfoten im Wasser ab und müde von den warmen Temperaturen kamen wir am späten Vormittag wieder zurück.

Heute war mit Abstand das beste Wetter der gesamten Reise. Tiefblauer Himmel und sehr sommerlich. Unser letzter Tag hier in Slowenien und generell unseres Urlaubs. Diesen wollte ich natürlich noch einmal ausgiebig nutzen und machte mich daher auf den Weg nach Bled. Anton hatte nichts dagegen. Er war ohnehin an den Camper gebunden und wollte einfach nur etwas schlafen.

Obwohl wir bereits im Juli schon wieder hier in Bled sind (allerdings auf einem anderen Campingplatz) und ich bei der damaligen Planung gleich vier Nächte festgemacht hatte, um genügend Zeit für das Sightseeing zu haben, wollte ich es mir dennoch nicht nehmen lassen, zumindest schon einmal ein klein wenig hier hinein zu schnuppern. Wenn der Bleder See schon um die Ecke liegt, dann muss das auch genutzt werden.

Als Alternative hatte ich mir die Vintgar-Klamm überlegt. Unsere Bekannten hier am Platz rieten uns jedoch davon ab. Nicht wegen der Klamm an sich. Die hat ihnen ausgesprochen gut gefallen. Aber die Anreise mit dem Rad von Šobec aus war mehr als abenteuerlich. Darauf hatte ich heute ehrlich gesagt keine Lust. Abenteuer mit Rad hatte ich diesen Urlaub schon genug. Die Klamm kann ich mir auch im Juli noch ansehen.

Rund 6 Kilometer sind es vom Campingplatz bis zur Burg von Bled. Der Weg führt fast ausschließlich über breit ausgebaute Radwege, u. a. auch am Campingplatz 'River Camping Bled' vorbei, der mir ebenfalls schon von vielen Seiten empfohlen wurde. Hier im Umkreis von 10 Kilometern gibt es mit Abstand die schönsten Campingplätze; da fällt die Wahl wirklich schwer.

Kurz vor Bled dann: Wegsperre! Der Radweg wurde gerade erneuert. Na wunderbar. Gerade, als ich auf die viel befahrene Hauptstraße ausweichen wollte, sah ich, dass Fußgänger trotz Bauarbeiten hier drüber spazierten. Ich tat es ihnen gleich, denn die Hauptstraße war mir wirklich viel zu gefährlich! In der Stadt selbst brach ein Verkehrschaos aus. So viele Autos auf einem Fleck habe ich zuletzt in München gesehen. Ich schlängelte mich entlang der engen Radwege, bog in entspanntere Straßen ein und erreichte irgendwann ein kleines Wohngebiet. Vorbei an einem hübschen Friedhof befand ich mich nun etwas oberhalb des Sees. Jetzt musste ich nur irgendwie wieder zum See kommen.

Vorteil dieser Extra-Runde: Ich hatte tolle Ausblicke und sah viele wundervolle Villen. Noch einmal dorthin finden würde ich allerdings sicher nicht.

Ein Stückchen am See entlang geradelt, stellte ich schnell fest: Rad abstellen ist nicht. Es gab nirgendwo einen Fahrradständer! Doch! Einen! Und der war so dermaßen blöd installiert, dass mein halbes Rad auf der Straße gestanden wäre. Na so was! Und jetzt? An vielen Laternen entdeckte ich abgestellte Räder. Ich tat es ihnen gleich und machte meins ebenfalls an einer Lampe fest. Hilft ja nichts. Auch wenn mein innerer Monk protestierte.

Und da lag er nun vor mir: Der Bleder See. Ein absoluter Sehnsuchtsort seit vielen Jahren. So viel hatte ich darüber schon gelesen oder gesehen. Jetzt endlich mal selber hier zu stehen erfüllte mich mit Freude. Ein kleiner Glücksmoment.

Der See befindet sich auf 475 Meter über dem Meer, ist ca. 1,4 Kilometer breit und 2,1 Kilometer lang. Er entstand im Laufe der Jahrtausende durch den Rückgang des Bohinjer Gletschers, der den Talkessel mit kristallklarem Gletscherwasser füllte. Zusätzlich wurde das tektonische Becken immer wieder ein Stück abgeschliffen, übrig geblieben ist die kleine Insel in der Mitte des Sees, auf der die Kirche Maria Himmelfahrt zu sehen ist. An machen Stellen ist der See bis zu 36 Meter tief, was vor allem viele Taucher anzieht.

Ich war schwer begeistert von dem türkisblauen Wasser, das sich vor mir auftat. Alle paar Meter entdeckte ich wundervolle Fotomotive und konnte mich gar nicht sattsehen an allem. Mit den ins Wasser ragenden Bäumen, den schnatternden Enten und den fantastischen Ausblicken fühlt man sich hier wirklich wie im Paradies. Zumindest ich. Die hoch oben auf einem Hügel thronende Burg von Bled ist einzigartig schön und spiegelte sich wunderbar im Wasser.

Knapp 6 Kilometer sind es einmal um den See herum. Diesen Spaziergang hob ich mir allerdings für den nächsten Besuch hier auf. Stattdessen spazierte ich nun zur Burg von Bled (Blejski Grad). Natürlich gibt es einen großen Parkplatz direkt an der Burg. Mit dem Rad wollte ich den Berg jedoch nicht hoch fahren und entschied mich daher für den Aufstieg durch den Wald. Knapp zwanzig Minuten benötigt man dafür, denn der Weg ist ziemlich steil und besteht größtenteils aus Treppenstufen, was das ganze nicht gerade einfacher macht. Je näher man der Burg kam, desto mehr Leute wurden es auch. Kein Wunder. Sie ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Region.

Doch noch während des Wegs besuchte ich die nicht minder schöne Kirche St. Martin, die ebenfalls etwas erhöht liegt. Sie wurde 1905 an Stelle einer vorherigen gotischen Kirche aus dem 15. Jahrhundert errichtet. Im Inneren findet man verschiedene Stile und Zeitperioden, was den Besuch auch so besonders macht. Vor allem die bunten Wandmalereien und der imposante Altar stachen mir dabei ins Auge. Allein hier im Bereich der Kirche kann man sich schon eine Weile aufhalten, findet man doch zusätzlich noch die ein oder andere Skulptur und auch ein kleiner Spaziergang durch die verlassen wirkenden Gassen lohnt sich.

Ursprünglich Burg Veldes genannt, erhebt sich die mittelalterliche Höhenburg Blejski Grad auf einem 139 Meter hohen Felsen und gilt als älteste Burg des Landes. Das Innere ist leider nicht mehr original erhalten. Hier findet man ein umfangreich eingerichtetes, aber in meinen Augen auch sehr sehenswertes, Museum.

Den Eintritt in Höhe von 17,- € bezahlt (Stand: April 2024) spazierte ich die nächste Stunde ganz gemütlich über das Gelände und durch die verschiedenen Räumlichkeiten.

Entstanden im Jahre 1011, fiel 1278 der Besitz der Burg vom Bistum Brixen an die Habsburger. 1803 wurde der Grundbesitz verstaatlicht, 1848 ging es wieder an die Bischöfe von Brixen zurück, die die Burg jedoch weiter verkauften und fortan etliche Besitzer wechselte. Inzwischen wieder in staatlichem Besitz, wurde ein Großteil des Dachs bei einem Großbrand 1947 zerstört. 10 Jahre lang dauerten die umfangreichen Renovierungsarbeiten; seit 1961 hat sie ihr aktuelles Aussehen.

Obwohl ich kein besonders großer Fan von Museen bin, fand ich dieses hier sehr ansprechend gestaltet. Auf einer Zeitreise wird man durch die Geschichte von Bled seit seiner ersten Besiedelung geführt. Ausgestellt sind Puppen in verschiedenen Gewändern, auch ein Skelett ist zusehen, außerdem zahlreiche Schmuck- und Fundstücke aus der Umgebung. Noch erhalten bzw. restauriert sind z. B. die Kachelöfen, das kleine WC oder auch die kleine im gotischen Stil erbaute Burgkapelle. Die Fresken sind nur noch in Teilen erhalten und restauriert. In der Burgdruckerei kann man sich eine Nachbildung einer Holzdruckpresse ansehen und in der Schmiedewerkstatt unter Anleitung eine Münze als Erinnerungsstück anfertigen.

Das eigentliche Highlight ist hier aber eindeutig der atemberaubende Blick auf den Bleder See. Man kann ihn fotografisch und auch per Video nicht so einfangen wie er tatsächlich ist. Dieses türkisfarbene Wasser, die Mini-Boote, die darauf zu sehen waren und im Hintergrund die Berglandschaft … irgendwie erinnerte mich das an unsere alte Märklin-Eisenbahn-Landschaft, die mein Papa und Bruder vor vielen Jahren zusammengebastelt hatten.

Beeindruckend und lautstark flatterte die slowenische Flagge hier im Wind, auf der Restaurant-Terrasse wurde gespeist und getrunken. Es war reges Treiben hier auf der Burg. Gefühlt hatte halb Bled einen Ausflug hierher unternommen. Ein kleines Cola für knapp 4 € geholt (die Preise sind auch in Slowenien nicht ohne) und eine Postkarte für meine Brieffreundin gekauft, spazierte ich im Anschluss noch einmal über die Außenbereiche und genoss von den Schlossmauern herrliche Ausblicke rund herum. Slowenien ist schon ein wunderschönes Land. Ich hatte mich vom ersten Augenblick an verliebt. Eigentlich ja schon vor zwei Jahren, als wir hier einfach nur kurz durchgefahren waren.

Irgendwann musste ich mich aber mal wieder loseisen davon. Ich hatte alles gesehen. Der Eintritt von 17 € ist zwar ein stolzer Preis, jedoch auch jeden Cent wert. Man kann sich hier eine ganze Weile aufhalten und entdeckt so viel Schönes und Beeindruckendes. Eine klare Ausflugsempfehlung!

Den Waldweg wieder nach unten spaziert, musste ich schmunzeln, als ich mein Rad entdeckte. Da hatte es sich doch noch ein weiteres angelacht. :-)

Eine gute halbe Stunde zurück geradelt, erreichte ich am Nachmittag wieder unseren Campingplatz. Ein unglaublich schöner Ausflug lag hinter mir. Schon jetzt war die Freude groß auf Juli.

Mia hatte keine Lust auf Gassi. Benita dafür umso mehr und so ging es mit ihr wieder auf Tour. Nicht, dass es ihr nicht eigentlich viel zu heiß gewesen wäre. Wir hatten heute knapp 28 Grad. Aber der Drang zu Schnüffeln war einfach doch zu groß. Wieder zurück, hatten es sich Anton und Mia bereits draußen am See gemütlich gemacht. Wir gesellten uns dazu und verbrachten den Nachmittag wieder mit viel Ruhe und Erholung.

Das Abendessen fand in Form einer Resteverwertung statt. Anton hatte keinen Hunger und ich vertilgte die Nudeln vom Vorabend. Mit einem Gläschen Wein und meinem Buch machte ich es mir bis Sonnenuntergang draußen vor dem Camper bequem. Heute war es erstaunlich lange warm.


Tag 11: Es geht wieder nach Hause

Während ich so gar keine Lust auf die Heimreise hatte und gerne noch einige Tage mehr hier auf diesem unglaublich tollen Platz und seiner Umgebung verbracht hätte, freute Anton sich sehr auf Zuhause. Verständlich. Zwar ging es ihm heute ein kleines bisschen besser, aber noch lange nicht gut genug, um Bäume auszureißen. Schade, dass er von den letzten Tagen hier nicht besonders viel hatte. Ausgerechnet dann, als das Wetter besser wurde.

Aufgestanden und einen letzten leckeren Kaffee mit Blick auf den See genossen, packte Anton unsere Sachen zusammen und ich drehte mit den Hunden eine letzte Runde. Auch Benita wollte noch nicht nach Hause. Es ist jedes Mal das gleiche mit ihr. Sie ist da fast noch schlimmer als ich. Jedes Mal, wenn wir in die Nähe des Vans kamen, bog sie doch wieder in eine andere Richtung ab. Aber es half alles nichts. Irgendwann 'mussten' wir wieder zurück. Bockig wie ein kleines Kind setzte sich vor das Auto und wollte partout nicht rein. Armes Mäuschen.

Gegen 11 Uhr unseren Stellplatz verlassen, zahlte ich noch schnell unseren Aufenthalt und dann ging es auch schon auf den Weg zurück. Die Straßen waren glücklicherweise frei und so düsten wir ohne Pause direkt nach Hause, wo wir dreieinhalb Stunden später eintrafen.

Auch wenn wir mit dem Wetter dieses Mal nicht ganz so viel Glück hatten und doch einige Regentage einstecken mussten und obwohl Anton zum Ende der Reise hin noch krank wurde, verbrachten wir ein paar schöne, erholsame und vor allem abwechslungsreiche Tage auf unserer kleinen Rundreise. Wir haben viel gesehen, viel erlebt und vor allem nach diesen paar Tagen in Slowenien freue mich nun umso mehr auf unsere Rückkehr im Sommer. Hoffentlich bei gutem Wetter, doch das haben wir auch dann nicht in der Hand.